Segeberger beeTOWER

Der Segeberger beeTOWER ist ein Angebot für Imker*innen, die mit „Segeberger Holzbeuten“ arbeiten und gerne etwas Neues ausprobieren wollen. Du kannst Dein vorhandenes Material benutzen und benötigst nicht viel.
Eine Säge, Bohrer und Schere sind als Werkzeuggrundausrüstung gut. Die Kosten schätze ich mit Verwendung von Recyclingmaterial (Dachlatten,…) auf ca. 40 € (für Bambusinnenringe, Dämmplatte und Schilf).

Vielleicht noch eine Vorbemerkung. Ich arbeite in einer kleinen Werkstatt und nutze meist Recyklingmaterial. Ich versuche so einfach wie möglich zu arbeiten, da ich davon ausgehe, dass ein formschönes Design den Bienen egal ist. Lasst Euch davon nicht abschrecken, sicherlich könnt Ihr Eure individuellen ästhetischen Ansprüche verwirklichen. Da empfehle ich die Arbeiten von Jan Michael und David.

Ein Nachbau ist denkbar einfach:

Der beeTOWER besteht aus 2 ganzen Zargen und 3 Halbzargen. Für die Halbzargen habe ich einfach Vollzargen mit einer Handkreissäge mittig durchgesägt.

Eine 1/2 Zarge nutze ich als Boden. Dazu habe ich einen Standardboden der Segeberger genutzt und den Einflugschlitz geschlossen, das Gitter entfernt und unten eine Sperrholzplatte (oder was gerade da ist) angebracht und auf Füße gestellt, damit der Boden unten herum durchlüftet ist. Ausgefüllt mit 2 Holzfaserplatten zu je 2 cm. Darüber dann eine Holzplatte als Bodendeckel.
Der Towerkorpus (links) besteht aus 2 Vollzargen und einer Halbzarge. Die Halbzarge kommt drauf, damit ich eine Höhe von ca. 60 cm erreiche.
Insgesamt kommt mein Segeberger Tower bei dieser Bauweise auf eine Gesamtgewicht von 20 kg (ohne Dach).

Kanthölzer und Flugloch

3 Kanthölzer verschraube ich mit den 2,5 Zargen. Im unteren Bereich des ersten Bildes seht Ihr 4 Bretter. Da mein Lochbohrer ( ø 4-5 cm ) für das Flugloch nicht die Tiefe für ein Kantholz derselben Größe hat, nehme ich 4 Einzelbretter, die ich einzeln bohre und später zusammenführe. Damit alles bündig ist, werden alle 4 Bretter mit Zwingen provisorisch befestigt. Wenn die Position stimmt, wähle ich die Höhe für das Flugloch aus und bohre ein Loch durch die Aussenwand und alle 4 Bretter, welches als Führung für den Lochbohrer dient. Danach verleime ich die 4 Bretter punktuell. Vorher führe ich einen Holzdübel unten und oben durch alle 4 Bretter. Damit verrutscht mir das Flugloch nicht beim Verleimen der 4 Bretter. Schrauben vermeide ich soweit es geht.

Innenringe

Im Inneren können fertig gekaufte Bambusringe (30cm) aus dem Bastelbedarf eingebaut werden. So ist der aufwändigere Arbeitsschritt des Holzbiegens nicht notwendig. Demnächst werde ich einen Versuch mit dünnen Weidenästen machen, das ist nachhaltiger. Es muss ja nicht alles perfekt rund sein.

Die Ringe werden mit dünnen Holzdübeln an den Kanthölzern befestigt. Den obersten Ring nicht ganz bündig nach oben, sondern ca. 5 mm nach unten versetzen, da hier noch ein Kreuz draufgelegt wird. An dem Kreuz beginnen die Bienen ihren Naturwabenbau. Insgesamt werden mind 3 Ringe benutzt. Ich habe 4 genommen, damit das Schilf möglichst gleichmäßig an die Wände gedrückt wird.

Schilfdämmung

Im nächsten Schritt wird das Schilf zugeschnitten und eingefügt. Stellt dazu den Korpus auf eine plane Unterfläche, damit das Schilf unten auch am Ende des Korpus abschließt. Oben sollten die Schilfhalme mit den Kanthölzern abschließen. Da bin ich genau, da sonst der Klimadeckel nicht richtig abschließt. Das Schilf muss richtig fest gepresst werden. Erst dann kann sich die Dämmung entwickeln. Schilf bekommt Ihr beim Dachdecker bzw. fragt ihn, woher er sein Schilf bezieht. Ich hole mir einen Teil vom Strand. Achtet bitte darauf, dass die Halmdurchmesser nicht zu groß sind. Das erleichtert zwar das Befüllen, ist aber für die Dämmung nicht so gut geeignet.

Über dem Schilf und dem Holzkreuz legte ich bisher ein Tuch aus Baumwolle oder Leinen. Aktuell nutze ich ein Wachstuch, in der Hoffnung, dass die Bienen das nicht durchknabbern. Auch lese ich in der neuen Literatur, dass der Wasserbedarf der Bienen im Winter recht groß ist. Mit einem Wachstuch kann ich die Feuchtigkeit im Stock halten. Durch die Konstruktion soll sich kein Schimmel in der Behausung ansammeln. Die propolisierten Wände und die Feuchtigkeit gehen lt. Untersuchungen eine Verbindung ein, die die Stockluft antibakteriell macht. Das überzeugt mich, auch wenn ich kein Bienenwissenschaftler bin.

Darauf lege ich eine Holzfaserplatte ( 2 cm dick ), die die Wärme halten soll und fertig ist der Korpus.

Klimadeckel

Der Klimadeckel besteht wieder aus einer Halbzarge. Ein Baumwolltuch bringe ich unten an, damit die Dämmung nicht herausfällt. Bis zum oberen Rand befülle ich den Raum mit Holzfaserplatten oder Hanfwolle. Bei Sägemehl bin ich mir nicht sicher, ob es nicht schimmelt. Probiert habe ich auch Seegras, welches gut gestopft auch funktioniert. An den Ecken setze ich noch kleine Holzklötzchen, damit der Deckel nicht plan aufliegt und die Feuchtigkeit zu den Seiten austreten kann.
Wenn Ihr auf das erste Bild klickt, seht Ihr, dass ich zu den Seiten noch überstehende Leisten angebracht habe. Bei Boden und Deckel vermindere ich so eine Kältebrücke und zusätzlich können die Elemente nicht verrutschen.

Zum Schluss

Damit dieser Tower sich von anderen „Containern“ abhebt, könnt Ihr nach Eurer Phantasie noch Schilf anbringen. Meine Lösung dafür ist schlicht, da fällt Euch sicher noch besseres ein. Schickt gerne mal ein Foto.
Und noch eine kleine Sache. Für das Flugloch habt ihr ja ein Rundholz ausgesägt. Steckt einen Bleistift oder Holzdübel rein und Ihr habt für einen eventuellen Transport gleich das Flugloch verschlossen.

Das war’s. Ich hoffe, es ist etwas verständlich geworden. Noch habe ich mit Anleitungen keine Erfahrungen gemacht. Ich freue mich also über Rückmeldungen von allen Nachbauer*innen. Und wer mal sowas in der Gruppe machen möchte, kann sich gerne bei mir melden.
Und ich freu mich natürlich besonders, wenn ich mit dieser Beschreibung Eure Neugierde geweckt habe und Ihr Euren Bienen artgerechtere Behausungen zur Verfügung stellt.

(Diese Anleitung ist als offene Bildungsmaterialie konzipiert. Fotos und Texte können von Euch beliebig genutzt werden. Eine Nennung des Verfassers wäre nett. Bitte beachtet, dass das nicht für alle Anleitungen auf dieser Website gilt.)