Bienenturm Joachim

Mit der freundlichen Genehmigung von David Junker baue ich seine Bienentürme nach. Nicht nur, weil ich sie hübsch finde, sondern besonders, weil sie handlich sind und für die Bienen alles bieten, was sie benötigen. Zumindest denke ich das.

Wer Bienenbehausungen selber baut, probiert meist eigene Varianten aus. Mal ist die Werkzeugausstattung unterschiedlich, mal der Strandort oder einfach die Lust an etwas Neuem vorhanden.

Biegevorrichtung

Um Davids Bienentürme zu bauen, braucht es einigen Aufwand. Die Holzringe zu biegen ist schon etwas trickreich, wenn der Platz dazu beschränkt ist. So habe ich erst einmal eine Holzsauna gebaut. Eine gute Anleitung kannst Du Dir hier anschauen. Den zweiten Teil der Anleitung, der sich mit dem Biegevorgang beschäftigt, findest Du hier. So wie hier beschrieben klappt es ganz gut.

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Durchmesser Aussenform: 40 cm
Durchmesser Innenform: 29 cm
Biegeband aussen zwischen den Griffen: 125 cm
Biegeband innen zwischen den Griffen: 86 cm

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Nutzt für die Konstruktion auch gerne die Angaben von David. Die 4 Kanthölzer können mit beliebigen Holzarten passend gesägt werden, da sie bei mir keinen direkten Aussenkontakt haben. Ich verschmiere die Aussenwand später ja mit Kuhdung. Dadurch kann ich leichtes einfaches Nadelholz nehmen. Alte Dachlatten gehen wunderbar.

Einige Fotos zeigen Arbeitsschritte aus meinem ersten Kurs zum Bau der Bienentürme.

Der obere Innenring sollte nicht plan abschließen, sondern ca. 5 mm nach unten gesetzt werden. Oben braucht es noch ein Kreuz, damit die Bienen einen Ankerpunkt für ihre Waben haben. Dieses Kreuz kann dann plan abschließen. Das ist wichtig, weil noch ein Tuch und die Holzfaserdämmplatten (4 cm oder 2×2 cm dick ) draufgelegt werden. Diese müssen direkt aufliegen, weil sonst Wärme entweicht. Bei mir werden Leinen- oder Baumwolltücher gerne mal durchlöchert, warum auch immer. Ich werde jetzt Wachstücher nutzen.

Was habe ich nun bei meiner Konstruktion angepasst:
Das gebogene Flugloch erschien mir für eine nicht so gut sortierte Werkstatt etwas zu aufwändig. Das Ausschneiden des Kanals und die beiden gebogenen Außen – und Innenverblendungen, um sie in die Schilfschicht einzuklemmen, waren als Einzelproduktion zu arbeitsintensiv.

Daher habe ich mich für eine einfachere Variante entschieden. Ich nennen es „Bretterflugloch“, da ich alte Bretter besser zuschneiden kann. Ich passe die Bretter in Höhe und Dicke an. Das Bohren des Flugloches kann ich mit einem einfachen Lochbohrer realisieren, da ich die einzelnen Bretter einzelne durchbohre. Dazu lege ich alle in die richtige Position, befestige die Konstruktion mit zwei Schraubzwingen und bohre ein kleines Loch durch alle Bretter. Das ist mein Ansatzpunkt für den Lochbohrer. Hierzu kann ich Bretter wieder lösen und nach Fertigstellung des Flugloches die Bretter miteinander punktuell mit Holzdübeln verleimen. Das obere Maß endet nach dem obersten Aussenbrett in der Mitte des mittleren Ringes. So kann ich das Schilf hier noch gut einklemmen. Die Dämmwirkung bleibt erhalten und das Flugloch kann ich in beliebiger Höhe anbringen.

Die äußere Hülle, um das Schilf noch stärker vor Wettereinflüssen zu schützen, bestreiche ich mit 100% Kuhdung, der von der Weide eines Biohofes gesammelt wurde. Er läßt sich gut auftragen, wenn die Konsistenz nicht zu dünn ist. Im Sommer braucht es ca. 5-7 Tage, bis der Dung trocken ist. Regen schadet nicht, weil die Masse miteinander verbunden ist und nach der Trocknung ist alles wieder fest. In den ersten Frosttagen habe ich keine negative Veränderung wahrgenommen.
Andere nehmen eine Mischung aus Kuhdung und Lehm. Da der Lehm m.E. eher auswäscht, habe ich es mit meiner 100% Kuhdungvariante probiert.

Der Kuhdung sollte richtig fest in den Schilf gedrückt werden. Damit der Turm am Ende eine Fachwerkoptik bekommt, habe ich die Vierkanthölzer mit 1 cm Buchenleisten verstärkt. So liegen sie mit den Aussenringen plan und ich kann den Kuhdung auch plan befüllen.

Da jedes Öffnen der Behausung Stress für die Bienen verursacht, habe ich bei einigen Türmen Sichtfenster eingebaut. Links habe ich ein Viertel als Eigenkonstruktion gebaut. Das schiebe ich komplett in die Gesamtkonstruktion. Rechts habe ich Schilf in der benötigten Form gebunden. An die Innenseite der Behausung setze ich dünnes Plexiglas und ein dickeres Tuch als Isolierung für die entstehenden Ritzen.
Mit diesen Sichtfenstern kann ich kontrollieren, aber auch anderen Menschen die naturnahe Bienenhaltung erläutern.

Generell habe ich die Möglichkeit, auch von unten in den Turm hineinzuschauen und eine Varroakontrolle vorzunehmen.

Welchen Deckel Du benutzt, bleibt Dir überlassen. Links habe ich ein Holztablet verwendet. Ansonsten nutze ich ausgesägte Holzbretter (Sperrmüll), die ich verleime und mit Leisten (unten) beieinanderhalte, damit sie sich bei Regen nicht zu sehr ausdehnen. Wichtig ist: ca. 10 mm Abstand zur Holzfaserplatte, damit ein Teil der Feuchtigkeit zu den Seiten hin entweichen kann.

Dieses Bild aus dem Workshop zeigt Bienentürme, die zusätzlich einen Arbeitsraum draugesetzt bekommen. Der Turm läßt ja grundsätzlich unterschiedliche Haltungsformen zu. Hier kann der obere Teil als Honigraum genutzt werden. Die Höhe kann individuell gesetzt werden. Ich favorisiere eine Höhe von 15 cm. Um den Honigraum zu nutzen wird dieser mit einer Drahtschlinge vom unteren Teil getrennt. Für mich ist es auch eine Möglichkeit, bei Bedarf zuzufüttern. Wenn ich die Futterschale unten hineinsetze, ist mir das Futter zu sehr am unteren Flugloch und mehr Bienen fallen hinein. (Die Türme im Foto sind noch nicht fertig.)

Sicherlich ergeben sich beim Nachbau noch einige Fragen. Wir werden dafür eine eigene FB-Gruppe einrichten. Wer kein Facebook nutzt, kann mir gerne eine Mail schreiben. Auch bei David können Bauelemente oder ganze Türme erworben werden. Ein Nachbau in der Gruppe macht natürlich am meisten Freude. Bei Bedarf kann ich hierfür kleine Workshops organisieren.